«Selbstmanagement ist ein wichtiger Aspekt der Gesundheitskompetenz»

Was ist Selbstmanagement überhaupt und warum soll man es fördern? Marie-Luise Dierks, Hauptreferentin am Forum SELF (von Ende Oktober 2019), beantwortet diese Fragen.

Prof. Dr. Marie-Luise Dierks leitet den Forschungsschwerpunkt «Patientenorientierung und Gesundheitsbildung» an der medizinischen Hochschule Hannover und ist Vorstandsmitglied vom Verein Evivo Netzwerk.

Was ist Selbstmanagement?

Selbstmanagement bedeutet, aktiv mit Situationen umzugehen, sei es im Alltag, im Beruf oder eben auch in Gesundheit und Krankheit. Dabei geht es um Wissen, um Planung, um Motivation, und darum, die eigenen Ressourcen zu kennen und zu nutzen.

Was ist das Programm INSEA und welche Erfahrungen machen Sie damit?

Das Programm INSEA will chronisch Kranke, Angehörige und Freunde von Erkrankten dabei unterstützen, mit ihrer Situation gut und selbstbestimmt zurecht zu kommen. Mit dem INSEA-Programm setzen wir das etablierte und evidenz-basierte „Chronic Disease Management Program“ aus den USA in Deutschland um. Dies zusammen mit Kolleginnen und Kollegen in der Schweiz und in Österreich, dort wird es unter dem Namen „EVIVO“ angeboten.

Was braucht es, damit Selbstmanagement Teil des Gesundheitssystems wird?

Gute und auf ihre Wirkung getestete Selbstmanagement-Angebote sollten den Betroffenen aktiv angeboten werden, als Teil der gesundheitlichen Versorgung. Das bedeutet auch, dass die Krankenkassen und Krankenversicherungen die Kosten für die Programme übernehmen sollten. Letztlich gehört politischer Wille dazu, hier die erforderlichen Weichen zu stellen.

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